Während ich kürzlich nach Informationen zu Server 2016 Performance Problemen im Internet suchte, stieß ich auf einen interessanten Artikel von Microsoft, der eine neue Optimierung in Windows erklärt. Diese neue Funktion existiert bereits seit Windows 7, sie wurde aber noch weiterentwickelt und erst mit Windows 10 Client im Standard aktiviert. Im Gegensatz zur Client Version wurde diese Funktion in den Server-Varianten 2016 und 2019 deaktiviert, sie kann aber über einen einfachen PowerShell-Befehl aktiviert werden. Leider konnte Ich zu dieser Funktion in Zusammenhang mit Multi-User-Systemen (Remote Desktop Services) nichts finden. Daher fragte ich mich, ob diese Funktion nicht auch eine sofortige Verbesserung der Performance oder der Benutzererfahrung auf Sitzungshosts ermöglichen würde. Einige meiner Kunden testen dies derzeit und ich warte momentan auf deren Resultate. Möchten Sie dies auch tun?

Welche Funktion ist das, fragen Sie? Die Funktion heißt "Arbeitsspeicher Komprimierung (Memory Compression)" und ist mit Windows 10 im Standard aktiv. Schauen Sie im Windows Task-Manager, Leistung und dann Arbeitsspeicher, hier finden Sie: In Verwendung (komprimiert).

Welcher Arbeitsspeicher wird komprimiert und wie kann dies die Performance auf einem Sitzungshost verbessern? Der komprimierte Arbeitsspeicher ist der Speicherbereich, der in die Auslagerungsdatei geschrieben würde, aber stattdessen komprimiert im Arbeitsspeicher gespeichert wird; also anstelle unkomprimiert und auf die Festplatte, komprimiert und in den Arbeitsspeicher gesichert. Laut Microsoft kann Windows sehr gut und schnell komprimieren und dekomprimieren und ist damit deutlich schneller als auf die Festplatte zu schreiben oder zu lesen. Das Windows Betriebssystem begingt umgehend mit der Auslagerung, unabhängig davon, wie viel Arbeitsspeicher vorhanden ist. Wenn Windows "Stress" mit dem Arbeitsspeicher bekommt ("Stress" ist eine Beschreibung von Microsoft und ich meine, einmal gelesen zu haben, dass dies bei ca. 70% RAM-Nutzung der Fall wäre), dann schreibt Windows deutlich mehr in die Auslagerungsdatei. Dies hat zur Folge, dass auch die CPU stärker belastet wird. Auch in diesem Fall hilft die Komprimierung des Arbeitsspeichers, da jetzt komprimierte Daten auf die Festplatte geschrieben werden und eben nicht unkomprimiert. Dadurch werden weniger und kürzere Schreib- und Lesevorgänge verursacht.
 
Dateiserver, Druckserver, Mailserver usw. werden von der Komprimierung des Arbeitsspeichers nicht profitieren, da das RAM-Nutzungsverhalten nicht stark dynamisch ist; Grund warum die Funktion deaktiviert wurde. Wie wir alle wissen, verhalten sich Multi-User-Systeme (Remote Desktop Services) eher wie mehrere Arbeitsstationen, mit vielen Anwendungen und einer höheren Dynamik, wenn es um die Arbeitsspeichernutzung geht. Daher wird bei Sitzungshosts deutlich mehr die Auslagerung verwendet und somit auch der Vorteil bei der Nutzung der Komprimierung des Arbeitsspeichers.
 
Microsoft schreibt das Folgende:
“The new Memory compression concepts should help in making Windows 10 appear snappier and more responsive than earlier versions, even on existing hardware.”
 
Ich bin der Überzeugung, dass Gleiche trifft auf Multi-User-Systeme zu und sollte im Standard aktiv sein, wenn die RDS-Rolle installiert wird!
 
Die Komprimierung des Arbeitsspeichers kann über folgenden PowerShell-Befehl aktiviert werden: Enable-MMagent -MemoryCompression Damit ist kein Neustart notwendig, selbst nicht mit aktiven Benutzern auf dem System. In Abhängigkeit der Arbeitsspeicher Nutzung sollte der komprimierte Anteil im Task-Manager wachsen.

 

Zum vorherigen Bild habe ich die Komprimierung aktiviert und einige Anwendungen geöffnet. Das System hat noch genügend Arbeitsspeicher verfügbar (17,6GB), dennoch hat Windows mit der Auslagerung begonnen, diesmal komprimiert in den Arbeitsspeicher!

Was denken Sie? Lassen Sie es mich wissen, ob Sie Memory Compression getestet haben! Auf Ihre Erfahrungen mit Memory Compression bin ich gespannt!

 

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