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Ich hatte kürzlich eine Kundenanfrage für ein klassisches Citrix-Review – ein Review, das ich letztendlich abgelehnt habe. Als ich die Details erhielt, war mein erster Schritt wie immer die Prüfung der Eckdaten: Lizenzen, Produkte und Komponenten. Das Ziel des Kunden war eine Aktualisierung der Umgebung. Auf der Wunschliste standen Windows Server 2025, Teams, Office 365 mit OneDrive sowie die Einführung von FSLogix. Geplant waren riskante In-Place-Upgrades für die SQL- und Provisioning Services (PVS)-Server. Obendrein ist die Umgebung für maximal 300 Concurrent Users (CCU) ausgelegt – eine Größenordnung, in der PVS schlichtweg die falsche Technologie-Wahl ist.

Verwaltet von nur einem einzigen Citrix-Admin in Teilzeit, hielt man aus reiner Gewohnheit krampfhaft an dem komplexen Alt-System fest.

Die alte Infrastruktur:

  • 2x Delivery Controller (DDC)
  • 2x Provisioning Services (PVS)
  • 2x StoreFront Server
  • NetScaler (HDX-Proxy + NPS für MFA)
  • Citrix Lizenzserver
  • SQL-Server

Kommt dir das bekannt vor?

Dann kam der Wendepunkt: Ich stellte fest, dass der Kunde bereits Citrix Universal Hybrid Multi-Cloud (UMHC)-Lizenzen besitzt.

Genau an diesem Punkt weigerte ich mich, das Review wie angefragt durchzuführen. Warum? Weil das Festhalten an diesem Maß an redundanter Komplexität bedeutet, in der Vergangenheit zu leben. Für ein Systemhaus auf der Suche nach abrechenbaren Stunden ist das ein Traum, für einen effizienten IT-Betrieb jedoch ein Albtraum.

Anstatt das alte Design einfach nachzubauen, empfahl ich den Wechsel zu Citrix DaaS mit Machine Creation Services (MCS) und Citrix UPM, rein auf Basis von ProfileDisk. Ich habe dem Admin genau aufgezeigt, wie dieser Ansatz seine tägliche Arbeit drastisch erleichtert und gleichzeitig die benötigten On-Prem-Ressourcen massiv reduziert. Bevor er das neue Design jedoch annehmen konnte, äußerte er massive Bedenken bezüglich der Verlagerung der VDAs in die Cloud – etwas, das ich sofort aus der Welt schaffen musste.

Das "Cloud"-Missverständnis aufklären

Wenn Kunden „Citrix Cloud“ hören, sorgen sie sich oft sofort, dass ihre Daten oder VDAs in Azure oder AWS liegen. Sie fragen: „Wie verbinden wir uns mit unserer lokalen Datenbank, wenn die VDAs in der Cloud sind?“ Der Begriff „Cloud“ ist hier oft eine Hürde; „Citrix Cloud Services“ wäre viel treffender. Der Admin war sichtlich erleichtert, als er verstand, dass die Worker, Unternehmensdaten und Benutzerverbindungen komplett On-Premises bleiben.

Der Admin gab offen zu, null Erfahrung mit MCS oder der Cloud zu haben, und zeigte deutlich Angst vor dem Unbekannten. Letztendlich war es die drastische Vereinfachung durch das neue Design, die ihn davon überzeugte, zu modernisieren.


Die neue Architektur:

Zwei Cloud Connectoren

  • Zwei Federated Authentication Service (FAS)-Dienste als Shared Workload
  • Machine Creation Services (MCS) anstelle von Provisioning Services
  • User Profile Management (UPM) ProfileDisk anstelle von FSLogix
  • Gateway Service anstelle des NetScalers + Network Policy Server
  • SQL-Datenbank und Lizenzen als Service in der Citrix Cloud

Das Ergebnis und der Wert der Lizenz

  • 60 % weniger Infrastruktur-VMs: Die klassische Umgebung benötigte mindestens 10 Management-Systeme. Die neue Architektur benötigt lediglich 4 (2x Cloud Connector, 2x FAS).
  • Schluss mit dem Upgrade-Wahnsinn: Die Release-Zyklen für Long Term Service Release (LTSR) sind spürbar kürzer geworden. Wer On-Prem bleibt, wird zu immer häufigeren und zeitaufwendigen Versions-Upgrades für Delivery Controller, StoreFront, Provisioning Services und den SQL-Server gezwungen. Nutzt man die Cloud-Services, entfällt dieser Aufwand komplett. Auch die regelmäßige Zitterpartie bei den monatlichen Windows-Updates für diese essenziellen Infrastruktur-Komponenten ist Geschichte.
  • Echter Return on Investment (ROI): Die UMHC-Lizenz ist bereits bezahlt und beinhaltet die Cloud-Services. Wer bei diesem Lizenzmodell krampfhaft an einer reinen On-Prem-Architektur festhält, verbrennt doppelt Geld: Die bezahlten Cloud-Features bleiben ungenutzt, während gleichzeitig Kosten für Compute, Storage, Backup, Windows-Server-Lizenzen und den Betrieb von 6 überflüssigen Servern anfallen.
  • Drastische Vereinfachung des Betriebs: Die Cloud Connectoren aktualisieren sich selbst. Das ständige Einspielen von NetScaler-Firmware-Upgrades wegen kritischer Sicherheitslücken entfällt. Es gibt kein manuelles Disk-Management der PVS-Server mehr, stattdessen läuft das Image-Management simpel und direkt über Machine Creation Services.

Wie sieht es bei Dir aus? Immer noch beim Alten und Angst vor Neuem? Zeit zu modernisieren und zu vereinfachen!

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